Bewusst + aktiv

Bewusst + aktiv: Entscheidungen, die das Leben langfristig leichter machen

Die Konsequenzen weitreichender Entscheidungen kommen manchmal mit einiger Verspätung im eigenen Leben an. Da kann das Ergebnis einer Entscheidung anfangs noch gar nicht so schlimm aussehen und erst viel später zur Erkenntnis verhelfen, dass man wohl einen Fehler gemacht hat. Ich habe das am eigenen Leib erfahren und für mich entschieden: Nie wieder!

Der Volksmund kennt ja verschiedene Sprichwörter für den Zustand, den ich erlebt habe. Man kennt das als „Danach ist man immer schlauer“ oder auch „Versuch macht kluch“. Vor allem letzteres wollte ich in die Tat umsetzen und habe mir die Frage gestellt, wie ich eine ganz bestimmte Entscheidung hätte besser fällen können. Es ging bei dieser einen Entscheidung darum, dass ich gar nicht entschieden habe. Ich habe mir angesehen, welche Alternativen ich habe, bin dann gleich in mehrere Entscheidungsfallen getappt und abschließend untergetaucht.

Was ich daraus gelernt habe

Meine persönliche Lektion lautete: „Auch Nichtstun ist eine Entscheidung“. Sich selbst zu sagen: „Ich entscheide später“ bedeutet in vielen Fällen, gar keine Entscheidung zu fällen. Ich war mir nicht wirklich darüber im Klaren, dass auch diese Nicht-Entscheidung nicht mehr rückgängig zu machen war. Dass dann die Umstände, die Zeit und in meinem Fall auch andere Menschen die Entscheidung für mich fällen würden.

Wer jetzt denkt: „Dumm gelaufen“ versteht die Tragweite nicht. Denn so lapidar war das nicht. Meine Gelegenheit war für immer dahin. Es gab kein „Dann probier‘s ich halt später nochmal“. Ebenso führte für mich überhaupt gar kein Weg mehr nach Rom. Die Tür war zu und würde geschlossen bleiben. Für immer.

Diese Einsicht hat richtig geschmerzt. Und das wollte ich auf gar keinen Fall ein zweites Mal erleben. Also habe ich beschlossen, wichtige Entscheidungen zukünftig nur noch bewusst und aktiv zu treffen.

Aber wie sieht bewusstes Entscheiden aus?

Was mich im Nachhinein am meisten gestört hat, war die fehlende Klarheit bei meiner Nicht-Entscheidung. Ich war mir über gar nichts im Klaren. Ich habe es vielleicht sogar vermieden, Klarheit zu erlangen. Ich wusste nicht, worauf ich mich einlasse.

Bewusstes Entscheiden sehe ich als ein Mittel an, um Klarheit zu erlangen und letztlich auch, um zu wissen, worauf ich mich wirklich einlasse.

Dazu zähle ich

  • für mich zu klären: Was beinhaltet meine Entscheidung und was beinhaltet sie nicht? Wen betrifft es (nur mich, auch andere Personen)? Sind alle mit in die Entscheidung einbezogen oder darüber informiert?
  • alle Wahlmöglichkeiten herauszufinden, die es gibt. Auch solche, die ich zunächst einmal ausschließen würde. Selbst, wenn sich im Laufe des Entscheidungsprozesses ergibt, dass manche Wahlmöglichkeiten unrealistisch oder auch ungesund wären.
  • für jede Wahlmöglichkeit alle möglichen Konsequenzen abzuschätzen. Was bedeutet es, wenn ich Alternative 1 wähle? Welche möglichen Konsequenzen könnte diese Entscheidung nach sich ziehen?
  • einer dieser Konsequenzen den Vorzug zu geben. (Was will ich auf gar keinen Fall und warum? Was will ich haben und warum?)

Zu diesem bewussten Entscheidungsprozess gehört auch dazu, dass ich dort, wo ich keine Alternativen finde, nach solchen aktiv suche oder mich ggf. von Fachleuten beraten lasse. Dasselbe gilt für die Konsequenzen: Kann ich diese nicht selbst abschätzen, frage ich jemanden, der das kann.

Klarheit und Verstehen beugen Überraschungen vor

Letztlich geht es bei diesen Schritten darum, sich ein möglichst umfassendes Bild über die zu treffende Entscheidung zu machen. Auch wenn alles logisch klingt. Denn es ist auch logisch! Aber oft wird trotzdem darauf verzichtet.

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Es gibt natürlich Entscheidungen, die weniger ausführlich erfolgen können, ohne dass dadurch Klarheit fehlen würde. Ich empfehle bei solchen Entscheidungen eher auf etwaige Denkfehler zu achten. 😉

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Am Ende geht es darum, dass man sich nicht nur klar ist, was man tut, sondern dass man die Bedeutung dieses Schritts für das eigene Leben richtig einschätzen kann. Das beugt bösen Überraschungen (und Tränen) vor.

Und was heißt es nun, aktiv zu entscheiden?

Beim aktiven Entscheiden geht es darum, dass man seine Wahl klar und deutlich ausspricht. Das muss nicht zwangsläufig jemand anderem gegenüber erfolgen; es kann aber helfen. In erster Linie geht es darum, dass ich es für mich selbst offen ausspreche. Auch Aufschreiben hilft.

Auch das klingt zunächst nicht so wahnsinnig aufregend, hat aber einen guten Grund: Es geht wie beim bewussten Entscheiden um Klarheit. Wenn ich offen ausspreche (oder auch aufschreibe): „Ich entscheide mich für Wahlmöglichkeit B, weil …“ dann gibt es keinen Interpretationsspielraum. Keine Erinnerungslücke oder Laune kann mich dazu verleiten, die Entscheidung anders auszulegen als sie gemeint war.

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Niemand kann uns davon abhalten, eine einmal getroffene Entscheidung wieder zurückzunehmen. Ist aber eine Entscheidung bewusst (wie oben beschrieben) erfolgt, sollte es eigentlich keine Gründe geben, es sei denn, die Umstände hätten sich entscheidend verändert.
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Ein Nebeneffekt des aktiven Entscheidens ist, dass man schon weiß, was der nächste Schritt sein muss. Im Grunde ist jede aktive Entscheidung schon der erste Schritt auf dem gewählten Weg. Wer weiß, dass er Wahlmöglichkeit B gewählt hat, wird nicht lange grübeln müssen, um die richtigen Schritte in Richtung des gewählten Ziels zu gehen. Das macht den Weg insgesamt leichter, weil man keine zusätzliche Energie benötigt für weitere Entscheidungen, Pläne, usw.

Fazit

Bewusstes und aktives Entscheiden ist für mich der richtige Weg, um wichtige Entscheidungen in meinem Leben zu treffen. Bewusstes und aktives Entscheiden beinhaltet auch, sich über die Bedeutung einer Entscheidung für das eigene Leben klar zu werden. Langfristig geht es aber darum, dass man den inneren Frieden erhält und nicht an den Punkt kommt, die eigenen Schritte zu bereuen und in Selbstzweifel zu verfallen.

Autor

Hier blogge ich über Entscheidungen. Über solche, die schwierig, dringend, belastend sind, und ja, auch über solche, die Angst machen und schlaflose Nächte verursachen. Mir ist das bewusste, aktive Entscheiden wichtig geworden, weil es das Leben auf lange Sicht angenehmer macht. 😉 Wenn Sie mögen, können Sie sich hier zum Newsletter anmelden