Bewusst + aktiv

Warum bewusstes Entscheiden eine Notwendigkeit und keine Einschränkung ist

Warum müssen wir uns entscheiden, wenn Entscheiden bedeutet, etwas hinter sich zu lassen und nur eine Alternative leben zu können? Diese Frage habe ich mir schon öfter gestellt. Und in der Tat empfinde ich es als problematisch, dass ich mich beim Entscheiden für eine und gegen eine andere Sache entschließen muss. Ich hätte gerne beides. Manchmal geht das tatsächlich nicht. Dennoch hilft eine andere Sichtweise auf die Dinge, Entscheidungen einfacher zu machen.

Weil ich ein Faible für Sprichwörter habe, beginne ich gleich mit einem: „You can‘t have your cake and eat it“. So sagt man in englischsprachigen Ländern, wenn man ausdrücken möchte: Du kannst dich nur für eine Sache entscheiden. Oder wie die Werbung bei uns: „Drei Sachen auf einmal? Das geht nun wirklich nicht!“

Denn den Kuchen zu essen und ihn gleichzeitig zu besitzen funktioniert nicht. Sobald man einmal reingebissen hat, ist der Kuchen nicht mehr vollständig. Und spätestens nach dem dritten Bissen wird er dann wohl auch weg sein. Letztlich bezieht sich das Sprichwort auf Dinge, die nicht in unbegrenzter Menge und für ewige Zeit zur Verfügung stehen und mit denen man auch nur eine Handlung vollziehen kann: aufheben, verschenken, essen, verbrauchen usw.

Dann gibt es da aber Dinge, die sind nicht gleich verschwunden, wenn man sich gegen sie entschieden hat. Zum Beispiel eine Weiterbildung, ein Lebensziel usw. Manches bleibt und steht auch nach einiger Zeit noch zur Verfügung.

Aber hier gilt es, die Realität zu beachten

Mit Realität meine ich, dass wir immer mit Grenzen konfrontiert werden. Ob das unsere Grenzen sind, die Grenzen der Gesellschaft oder aber die Grenzen des Machbaren, sei dahingestellt. Ein Tag hat nur 24 Stunden, mehr werden es nicht werden.

Insofern ist jede Entscheidung immer auch mit den Möglichkeiten in Einklang zu bringen. Wie viel Energie habe ich? Wie bringe ich einen Job und eine Selbstständigkeit unter einen Hut? Wie bringe ich Familie und Hobby unter? Was mache ich, wenn ich nach der Arbeit noch shoppen, mich mit Freunden treffen und aufräumen will?

Natürliche und vorgegebene Grenzen

Die meisten Grenzen, mit denen wir konfrontiert werden, sind doch eher natürlicher Art.

Wie zum Beispiel, dass der Tag eben nur 24 Stunden hat und wir nicht unendlich viele Aktivitäten hineinpressen können. Oder aber, dass Frauen eben nur bis zu einem bestimmten Alter schwanger werden können.

Aber das Älterwerden hat auch gesellschaftliche Folgen: Es wird nicht gerne gesehen, wenn man ab einem bestimmten Alter nochmal eine Umschulung macht. Hier kämpfen wir eher mit vorgegebenen Grenzen, die stillschweigend zu einer Art Norm geworden sind und die uns aufhalten können.

Und dann gibt es natürlich noch das Thema Geld: Nicht alles kann umgesetzt werden ohne das notwendige Kleingeld. 😉

Kurzum: Manchmal bleiben uns Türen verschlossen oder aber sie schließen sich, weil es biologische und/oder gesellschaftliche Grenzen gibt, denen wir nur selten entkommen können.

Daher sind Entscheidungen notwendig

Gerade aus diesem Grund ist es sinnvoll, bewusste Entscheidungen zu treffen. Denn nicht immer bedeutet Entscheiden in solchen Situationen, etwas komplett auszuschließen oder für immer zu beenden (bzw. gar nicht damit anzufangen). Manchmal bedeutet das nur, aufzuschieben. Zum Beispiel, weil der Tag 24 Stunden hat und wir entscheiden müssen, wie viel wir in den kommenden 24 Stunden unterbringen können.

Und um das erfolgreich tun zu können, bildet man oft eine Rangfolge: Man entscheidet, was einem besonders wichtig ist, und das wird dann zur ersten Wahl. Sobald man die abgearbeitet hat, hat man Zeit für die zweite Wahl und die dritte Wahl und …

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Entscheiden heißt manchmal also nicht Aufgeben, sondern Verschieben.

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Finden Sie Ihre Priorität

Im Grunde heißt Entscheiden eigentlich, dass man seine eigenen Prioritäten setzt. Es bedeutet nicht immer, Alternativen komplett auszuschließen, obwohl das manchmal sein muss, weil die Natur und/oder Gesellschaft hier einfach Vorgaben haben.

Dort, wo es aber keine Gesetzmäßigkeiten gibt, kann ich eine Entscheidung gegen etwas auch als „Verschieben auf später“ verstehen. Das kann manche Entscheidungen doch deutlich leichter machen.

Autor

Hier blogge ich über Entscheidungen. Über solche, die schwierig, dringend, belastend sind, und ja, auch über solche, die Angst machen und schlaflose Nächte verursachen. Mir ist das bewusste, aktive Entscheiden wichtig geworden, weil es das Leben auf lange Sicht angenehmer macht. 😉 Wenn Sie mögen, können Sie sich hier zum Newsletter anmelden