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Ich bin noch nicht bereit für eine Entscheidung. Was kann ich tun?

Entscheidung fällig, aber irgendwie passiert nichts? Kein Vorankommen, kein klares Für oder Wider? Auch die Suche nach möglichen Vor- und Nachteilen verläuft im Sand oder findet gar nicht statt. Irgendwie steht alles still. Was kann jetzt passieren?

Entscheidungen, die gerne mal verschoben oder gar nicht erst angegangen werden, obwohl sie notwendig sind, schwirren oft im Hinterkopf herum. Das wissen wohl diejenigen, die die Entscheidung nicht treffen können oder wollen, am besten. Das kann eine enorme Belastung darstellen.

Es gibt zwei Dinge, die mir spontan zum Thema einfallen, und die ich kurz ansprechen möchte. Es geht mir darum, aufzuzeigen, was jetzt stattdessen getan werden kann, damit irgendwann eine Entscheidung möglich wird. Wichtig dabei ist, dass noch genug Spielraum besteht, die Entscheidung erstmal ruhen zu lassen.

Ich kann nicht entscheiden, weil ich zu sehr an etwas hänge

Bekanntlich ist jede Entscheidung für etwas auch eine Entscheidung gegen eine andere Sache. Zumindest ist das oft der Fall. Oft müssen wir irgendeine Art von Priorität im Leben treffen, und das, wogegen wir uns entscheiden, kommt dann manchmal zu kurz.

In manchen Fällen wissen wir aber, dass wir uns von etwas verabschieden müssen, das wir entweder sehr lieb gewonnen oder dem wir einen festen Platz in unserem Leben zugewiesen haben. In beiden Fällen, selbst wenn es uns nicht ganz bewusst ist, sind wir für eine Entscheidung noch nicht bereit. Denn wir müssten uns dann von dieser Sache trennen und können das einfach noch nicht.

In solchen Fällen rate ich dazu, die Entscheidung wirklich erstmal beiseite zu stellen (wenn das möglich ist). Denn auch wenn wir uns in einer solchen Situation zur Entscheidung durchringen, wissen wir doch schon jetzt, dass wir traurig sein werden, die Entscheidung bereuen und betrauern werden.

Stattdessen denke ich, dass der Augenmerk auf das gelegt werden muss, was nach der Entscheidung passiert. Oft entsteht nämlich eine Lücke, weil etwas Wichtiges wegfällt. Das eigentliche Problem, warum wir uns nicht wirklich entscheiden können, liegt darin, dass wir diese Lücke fürchten. Zumindest wissen wir oft nicht, was wir tun sollen, wenn diese eine Sache aus unserem Leben herausfällt.

Wenn wir versuchen, erstmal eine Alternative für die entstehende Lücke zu finden, kann das Entscheiden einfacher werden. Denn dann ist die Angst vor der Leere oder dem Mangel deutlich weniger.

Ich kann nicht entscheiden, weil mir Energie fehlt

Ist eine Entscheidung aber nicht möglich, weil uns Energie oder Aufmerksamkeit fehlt, dann ist ein Aufschub quasi unvermeidbar. Denn oft sind wir entweder körperlich nicht auf der Höhe oder aber eine andere Baustelle im Leben fordert unsere ganze Aufmerksamkeit.

Uns noch mehr abzuverlangen, wird damit quasi unmöglich oder doch sehr belastend. Ich halte es für wesentlich wichtiger, in solchen Momenten die Batterien aufzufüllen und Kraft zu tanken. Ganz wichtig dabei ist auch, diesen Schritt anderen gegenüber zu kommunizieren und wo möglich, Verständnis für die eigene Situation zu erbitten.

Fehlt einem vollständig die Energie, ist eigentlich klar, dass eine gute Entscheidung im Grunde nicht möglich ist. Denn woher die Kraft nehmen, um das Für und Wider abzuwägen? Wer hat noch die Energie, um sich seiner eigenen Prioritäten wirklich bewusst zu werden? Wer kann eine wirklich gute Gewichtung aller Vor- und Nachteile vornehmen, wenn andere Dinge alle Aufmerksamkeit benötigen?

Auch wenn das wie eine Binsenweisheit klingt, sollte man auch hier keine Entscheidung vom Knie brechen, sondern alles zu seiner Zeit angehen oder gleich um Hilfe bitten.

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Autor

Hier blogge ich über Entscheidungen. Über solche, die schwierig, dringend, belastend sind, und ja, auch über solche, die Angst machen und schlaflose Nächte verursachen. Mir ist das bewusste, aktive Entscheiden wichtig geworden, weil es das Leben auf lange Sicht angenehmer macht. 😉 Wenn Sie mögen, können Sie sich hier zum Newsletter anmelden