Bewusst + aktiv

Leichtfertig entschieden: Es passiert schneller als gedacht

Leichtfertiges Entscheiden

Da schreibe ich darüber, Entscheidungen zukünftig nur noch bewusst und aktiv zu treffen und … schwupps, schon ist es passiert! Ich habe aus dem Bauch heraus, ohne darüber nachzudenken, ohne für einen Bruchteil einer Sekunde über das Für und Wider zu sinnieren, einfach so eine Entscheidung getroffen. Und es hat keinen Tag gedauert, da habe ich es bedauert. Was lernen wir (und hoffentlich auch ich) daraus?

Bewusstes und aktives Entscheiden kann schwierig anzuwenden sein

Es ist nicht so, als ob es sich bei bewusstem und aktivem Entscheiden um Raketenwissenschaft handelt. Wer aber in seinem Leben häufig aus dem Bauch heraus entschieden hat, für den ist bewusstes Entscheiden etwas Neues. Und wie alles Neue muss man sich daran erstmal gewöhnen. Möchte man die Vorteile daraus ziehen, gilt es eine Routine anzulegen und sich daran zu gewöhnen, dass es diese Routine gibt. Es ist wie Training: Nur wer es regelmäßig macht, wird Ergebnisse sehen.

Darüber hinaus gilt sich auch die Frage zu stellen: Wann setze ich bewusstes und aktives Entscheiden denn ein? Ich muss mir nicht bei jedem Einkauf langwierig überlegen, ob ich jetzt lieber Produkt A oder B wähle. Manche Entscheidungen sind nicht so komplex, als dass man daraus ein Happening machen müsste. Aber genau darum geht es ja auch bei bewusstem und aktivem Entscheiden: Zu lernen, wann es sinnvoll ist, den Entscheidungsprozess ausführlicher zu gestalten.

Stellt sich die Frage, warum es bei mir im vorliegenden Fall gar nicht geklappt hat. Zumal ich ja „geübt“ habe.

Ich habe mich von meinen Gefühlen überrumpeln lassen

Obwohl ich es nun ja besser wissen müsste, bin ich in die klassische Gefühlsfalle getappt.

Seit Monaten tut sich in einer Angelegenheit gar nichts. Eine Entscheidung war bisher nicht möglich, weil die aktuelle Situation eingefahren war. Keine Bewegung, vollkommener Stillstand. Und dann zeigt sich ein zarter Silberstreif am Horizont, der Hoffnung aufkommen ließ: Es darf jetzt etwas passieren! Ich gebe zu, diesen Impuls der Freude nahm ich dankend auf. Denn jetzt konnte ich endlich aktiv werden. Also habe ich es getan… und keine 24 Stunden später habe ich es bereut. Eine entscheidende Information hat mir nämlich gefehlt, die meine Entscheidung in einem anderen Licht erscheinen ließ. 🙁

Natürlich stellt sich auch die Frage: Hätte ich das ahnen können? Die Antwort ist ganz klar: Ja. Hätte ich mir die Mühe gemacht, das Pro und Kontra unter die Lupe zu nehmen, wäre mir aufgefallen, dass eine Frage bisher unbeantwortet geblieben war.

Aber darf in eine Angelegenheit nicht auch mal Bewegung reinkommen?

Natürlich sehe ich im Nachhinein auch, dass mein Handeln auch verständlich ist. Ich habe subjektiv lange einen Stillstand erlebt und plötzlich tut sich eine Tür auf und ich kann Bewegung in eine Sache bringen. Ich habe diese Bewegung gebraucht, es war wichtig für mich, etwas in Gang zu setzen. Denn sonst wäre die ganze Sache vielleicht in die Trostlosigkeit gefahren. Das wollte ich vermeiden.

Insofern will ich gar nicht behaupten, dass jede Blitzentscheidung, jeder Schritt nach vorne, gleich als negativ anzusehen ist. Ich plädiere aber dafür, sich über die Richtung doch nochmal Gedanken zu machen. Mit ein paar Informationen mehr hätte ich weiser entscheiden können.

Allein mir fehlte die Geduld dafür. Und da sehe ich auch einen Ansatzpunkt für die Zukunft: Bei so langem Stillstand hätte dieser eine Tag keinen großen Unterschied gemacht in dem, wie ich mich fühle. Aber einen großen Unterschied in dem, wie ich entscheide.

Was lerne ich daraus? Was können Sie mitnehmen?

Auch als jemand, der bewusstes und aktives Entscheiden schon praktiziert, fällt es mir in bestimmten Situationen immer noch schwer, diesen Muskel auch zu nutzen. Auch ich kann darin besser werden. Letztlich habe ich lange eine Art des Entscheidens praktiziert, die mir in Blut und Fleisch übergegangen ist. Etwas zu verlernen, was man so lange getan hat, ist einfach nicht leicht. Auch für mich nicht.

Mir ist aber wieder aufgefallen, wie wenig Geduld ich habe, wenn ich einen Zustand unbedingt verlassen will. Dann fällt es mir enorm schwer, auf die Dinge zurückzugreifen, die ich für richtig und notwendig erkannt habe. Vielleicht bedarf es einfach etwas mehr Achtsamkeit, nicht nur, wenn es um das Entscheiden geht, sondern auch um die Zeit bis zur Entscheidung. Denn dann wäre mir schon viel eher ein Licht aufgefangen, wie sehr mich dieser Zustand unter Druck gesetzt hat.

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Autor

Hier blogge ich über Entscheidungen. Über solche, die schwierig, dringend, belastend sind, und ja, auch über solche, die Angst machen und schlaflose Nächte verursachen. Mir ist das bewusste, aktive Entscheiden wichtig geworden, weil es das Leben auf lange Sicht angenehmer macht. 😉 Wenn Sie mögen, können Sie sich hier zum Newsletter anmelden