Sonja Tomašković

Emotionalen Abstand gewinnen.
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Unter Zeitdruck: Drei Anregungen, wenn die Zeit knapp ist

Entscheidungen unter Zeitdruck sind selten eine schöne Sache. Manchmal hat man selbst getrödelt oder eine Situation nicht wirklich gut vorausgeplant. Aber häufig ist das auch gar nicht möglich. Schließlich leben wir unser Leben im Vorwärtsgang und können nicht immer voraussehen, welche Eventualitäten uns treffen werden. Und oft kann man erst im Rückblick sehen, wo man hätte handeln sollen. Wissen, dass dann, wenn die Entscheidung fällig ist, fehlt. Was macht man nun also, wenn die Zeit drängt und eine Entscheidung unter Druck geschehen muss? Hier drei Anregungen.

1. Überprüfen, ob die Zeit wirklich drängt

Es ist ein offenes Geheimnis, dass man in Werbung und Marketing gerne mit künstlichen Verknappungen arbeitet. Da wird dann ein Angebot gerne auch in der Zeit knapp gehalten. Die neue Küche? Ist so in der Form und für den Preis nur bis heute möglich. Das Angebot des Handwerkers? Nur freibleibend bis XXXX.

Und manchmal gibt es diese Verknappungen tatsächlich, zum Beispiel wenn eine Ware nur in bestimmter Stückzahl vorhanden ist. Es ist auch nachvollziehbar, dass ein Handwerker seine Arbeitszeit aufteilen muss und welcher Kunde zuerst kommt, bei dem wird gearbeitet. Es gibt also durchaus Situationen, die ein zügiges Entscheiden erfordern.

Nicht immer ist diese Zeitknappheit real. Gerade im digitalen Bereich wird mit Verknappungen gearbeitet, wenn es gar nicht notwendig ist. Ein Download-Produkt ist nur noch bis XXXX erhältlich? Allzuhäufig nur ein Trick. Hier will jemand schnell zu Geld kommen und beschränkt sein Angebot. Was man natürlich machen kann. Aber glaubhaft ist die Zeitknappheit nicht.

Ähnlich agieren Menschen, die andere zu schnellen Entscheidungen bringen möchten. Da wird gerne mit Argumenten gearbeitet wie: „Du musst dich jetzt sofort entscheiden“ oder auch: „Wenn du dich nicht sofort entscheidest, dann ist dieses Angebot ein für allemal weg!“. Solch ein Verhalten kann auch mal der Tatsache geschuldet sein, dass man eine eher unzuverlässige Person zu einer Entscheidung drängen möchte und schlichtweg nicht weiß, wie man das sonst anstellen soll.

In jedem Fall sollte man als Entscheider einen kühlen Kopf bewahren und die Situation realistisch betrachten. Ist eine Entscheidung tatsächlich nicht mehr möglich, wenn die Zeit abgelaufen ist? Das ist manchmal durchaus der Fall und sollte daher gut bedacht werden. Aber dort, wo es eher ein Druckmittel ist, ist diese Zeitknappheit vielleicht auch nur der Versuch, eine schnelle und häufig unüberlegte Entscheidung zu provozieren.

2. Fristen neu verhandeln

Nun mögen Sie in der Situation sein, dass die Zeit tatsächlich knapp geworden ist und die Entscheidung nicht mehr verhindert werden kann. Aber kann sie evtl. verschoben werden? Ist es möglich, einen günstigeren Zeitplan herauszuschlagen, sei es auch nur für wenige Stunden oder Tage?

Manchmal lassen Menschen mit sich reden, wenn man um eine Verlängerung bittet. Das muss freilich nicht immer so sein und hängt immer auch mit den Begebenheiten zusammen. Dennoch lässt sich manchmal ein gewisser Zeitdruck nehmen, wenn man darum bittet. Kann man seine Bitte noch gut begründen, stehen die Chancen recht gut, dass man günstigere Fristen verhandeln kann.

Gelegentlich muss man doch eine Entscheidung in kürzester Zeit fällen, die aber nicht in Stein gemeißelt sein muss. Es kann daher nützen, eine temporäre Entscheidung zu treffen, die man bis zu einem bestimmten Zeitpunkt revidieren kann. Empfehlenswert wäre zu klären, ob und wenn ja, bis wann dies möglich ist.

3. Schnelles Entscheiden üben

Mein letzte Anregung wäre, sich schnelles Entscheiden zu eigen zu machen. Denn wer keine oder wenig Zeit hat, wird wahrscheinlich nicht alles tun können, um eine Entscheidung auf Herz und Nieren zu prüfen. Es muss dann ein Mittelweg gefunden werden zwischen bewusst und aktivem Entscheiden mit allen Schritten, die erforderlich sind, und einer schnellen Entscheidung, die das Nötigste umfassen soll.

Was das Nötigste in einer solchen Situation freilich ist, das sollte man sich vorher überlegen. Hilfreich kann zum Beispiel das Entscheidungsformular sein, das ich ausgearbeitet habe. Es umfasst fünf Schritte und je nachdem, wie geübt Sie sind, lässt es sich in ca. 10 – 15 Minuten ausfüllen.

Es gibt allerdings bei schnellem Entscheiden auch Einschränkungen zu beachten: Heiß gestrickte Entscheidungen konzentrieren sich oft nur auf die rationale Entscheidungsfindung. Das bedeutet, dass Gefühle ausgeblendet werden. Das kann später die Nebenwirkung hervorrufen, dass sich Ängste und Zweifel ausbilden oder man eine Entscheidung dann dringend revidieren möchte, was unter Umständen nicht geht.

Man sollte sich also darüber im Klaren sein, dass eine heiß gestrickte Entscheidung zwar kurzfristig ein Problem löst, aber langfristig neue Probleme heraufbeschwören könnte.

Autor:

Dieses Blog behandelt verschiedene Themen, die mir in meiner Arbeit mit meinen Klienten immer wieder unterkommen. Krisen, die Suche nach Stärken, der Umgang mit Schwächen, schwierige Entscheidungen treffen, Verhalten verändern, emotionalen Abstand gewinnen - all das treibt meine Klienten um. Dieses Blog ist ein Sammelwerk der Dinge, denen ich in meiner Arbeit begegne. Haben Sie Fragen zu meinen Artikeln oder Themenwünsche, dann schreiben Sie mir! Ich würde gerne erfahren, was Ihnen beim Lesen meiner Artikel durch den Kopf geht.