Was Sie unbedingt über psychologische Beratung wissen sollten

Auch wenn der Name es nicht verrät: Bei der psychologischen Beratung geht es NICHT darum, Ihnen Ratschläge für Ihr seelisches Gleichgewicht zu geben. Vielmehr ist es Ihre Gelegenheit, einen Blick hinter die eigenen Kulisse zu werfen.

Sie wissen nicht, woran es genau bei Ihnen klemmt? Ihre eigenen Bemühungen fruchten entweder gar nicht, mit einer Krise, einem Konflikt, einer schwierigen Situation fertig zu werden. Oder aber Sie verstehen schon gar nicht, wie es soweit kommen konnte, hadern mit sich, der Umwelt, der aktuellen Situation. Guter Rat scheint teuer – und ist wahrscheinlich nicht einmal hilfreich.

Auf der anderen Seite mangelt es an Ratschlägen von Verwandten, Bekannten und Freunden nicht. „Stell dich nicht so an!“, heißt es dann gerne mal, oder auch: „So ist das Leben“. Ungemein hilfreich, oder? Und eigentlich auch mehr Schlag als Rat.

Deswegen geht man in der psychologischen Beratung andere Wege

Ziel der psychologischen Beratung ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Was sich wie eine Binsenweisheit anhört, fußt aber auf einem wichtigen Grundsatz: Nur Sie alleine sind Experte für Ihr Leben. Und wenn Sie selbst nicht weiter wissen, also scheinbar den „Expertenstatus“ über Ihr eigenes Leben verloren haben, sorgt die psychologische Beratung dafür, dass Sie wieder Experte für Ihr eigenes Leben werden.

Zugegeben: Manchmal gelingt das nur Schritt für Schritt und nicht so zackig, wie man sich das wünschen würde. Gerade wenn Sie einen großen Einschnitt erlebt haben und ordentlich aus der Bahn katapultiert wurden, dauert es vielleicht ein bisschen, bis Sie sich wieder als Herr Ihres Lebens fühlen.

Wie wird man wieder Experte für das eigene Leben?

Es gibt verschiedene Herangehensweisen in der psychologischen Beratung, sodass jeder Berater anders arbeiten wird. Allerdings gibt es ein paar grundlegende Dinge, die Ihnen in jeder Beratungssituation zu Gute kommen:

Sie erkunden Ihr Erleben

Was sich wiederum etwas banal anhört, hat einen enormen Effekt: Sich in Situationen zurückversetzen, Emotionen und Gedanken wiederzuerleben, sich selbst bewusst und achtsam so zu erleben, wie in jenem Augenblick, vervollständigt die Landkarte, die wir von uns selbst haben. Es ist wie ein Haus mit dunklen Ecken: Wer sich traut, Licht in diese Ecken zu bekommen, bekommt einen neuen Blick auf das Ganze. Diese neue Perspektive kann es Ihnen ermöglichen, Ihre Situation anders anzupacken und bewusst Ihre Stärken einzusetzen.

Sie lernen etwas über sich

Lernen an sich ist ein sozialer Vorgang. Auch wenn Sie früher viel aus Büchern gelernt haben, so zeigt sich in der Lernpsychologie, dass Menschen am besten von einem anderen Menschen lernen – entweder durch Imitation oder durch behutsames Heranführen an das neue Wissen. Auch die Beratung ist ein Lernprozess. Im Austausch mit dem Berater lernen Sie etwas über sich selbst, was Sie alleine so nicht hätten lernen können. Und können so vielleicht Schritte in eine neue Richtung gehen.

Sie bergen Schätze

Ihre bisherigen Versuche, eine Situation in den Griff zu bekommen, mögen gescheitert sein, weil Ihnen Mittel und Wege fehlten. Aber meistens ist es so, dass jedem von uns viele Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Manchmal müssen wir diese Schätze auch erstmal bergen, wie Archäologen Knochen freilegen. Und wenn sie einmal vor Ihnen liegen, können Sie Ihre Schätze und Stärken aktiv einsetzen, damit es Ihnen besser geht.

Gibt es auch Einschränkungen?

Bei aller Begeisterung, die ich hier versprühe, muss ich auch auf Einschränkungen hinweisen:

  1. Eine Beratung ist eine Maßnahme von kurzer Dauer.
    In der psychologischen Beratung arbeiten wir auf ein Ziel hin. Meistens geht es darum, dass Sie wieder ins Handeln kommen und sich nicht der Situation ausgeliefert fühlen. Daraus ergibt sich, dass wir während der maximal zehn Termine nicht ihr komplettes Leben umkrempeln werden.
  2. Eine Beratung ist keine Psychotherapie und ersetzt diese auch nicht.
    Auch wenn wir in der psychologischen Beratung mit denselben Methoden arbeiten wie in der Psychotherapie, handelt es sich aber NICHT um Psychotherapie. Wir arbeiten daran, Ihnen zu Handlungsfähigkeit und einer Richtung zu verhelfen, die Ihnen kurzfristig abhanden gekommen ist.
    Depressionen, Angst-, Zwangsstörungen und andere Erkrankungen gehören in die Hände eines ausgebildeten Psychotherapeuten.
  3. Beratung ist wie Wellness für die Seele.
    Ähnlich wie Massagen, Yoga oder Gymnastikkurse tut eine Beratung Ihrer Seele gut. Aber wie alle Wellnessanwendungen kann es keine Probleme lösen, die vielleicht schon sehr lange bestehen und eigentlich in die Hände eines Arztes gehören. Und genau wie für Wellnessanwendungen auch, gilt: Die Krankenkasse zahlt es nicht (auch nicht anteilig).
    (Okay, Yoga oder Gymnastikkurse werden manchmal von den Kassen bezuschusst. Punkt für Sie. 😉 )

Beratung oder nicht Beratung – das ist hier die Frage!

Wie es geht nun für Sie weiter? Ist Beratung etwas für Sie oder doch eher nicht? Gibt es mehr Vorteile als Einschränkungen für Sie?

Warum finden Sie es nicht heraus? Ich biete Ihnen ein 20-minütiges, kostenloses Impulsgespräch, in dem Sie psychologische Beratung und mich kennenlernen und außerdem erste Schritte tun können, damit es Ihnen besser geht.

Versuchen Sie es! Sie können außer etwas Zeit nichts verlieren. 😉

(Oder Sie versuchen Online-Beratung, wenn Sie weiter weg wohnen.)